LÜNEBURG. Lüneburg bekommt vier neue, moderne Sporthallen. Die Grundschulen Lüne, Hasenburger Berg und Igelschule bekommen jeweils eine 2-Feld-Halle, im Hanseviertel entsteht zudem eine 3-Feld-Halle mit Tribüne für bis zu 150 Personen. Der Rat der Hansestadt hat kürzlich grünes Licht für die Auftragsvergabe gegeben. Es sind Hallen, die dringend benötigt werden und die – wenn alles nach Plan läuft – bereits im Juli 2024 fertig sein sollen.

Wie das geht? Über ein sogenanntes Public-Private-Partnership-Verfahren – kurz: PPP. Das ist in Lüneburg nichts gänzlich Neues. In der Vergangenheit realisierte die Hansestadt zum Beispiel den Neubau der 3-Feld-Sporthalle Kreideberg und den Neubau des Bildungs- und Kulturzentrums Saline über solche Verfahren. „Wir blicken auf einige erfolgreiche PPP-Projekte zurück“, sagt daher Oberbürgermeister Ulrich Mädge.

Und doch ist das jetzt beschlossene Verfahren in Teilen neu. Zum einen, weil es um den Neubau von gleich vier Sporthallen geht. Zum anderen, weil erstmals neben dem reinen Bau auch die Instandhaltung der Gebäude über einen Zeitraum von 25 Jahren Teil des Vertrags mit dem Generalübernehmer ist. „Wir geben die Bausteine Planen, Bauen, Finanzieren und Instandhalten ab“, erklärt Maja Lucht, Fachbereichsleiterin Gebäudewirtschaft. Nur die Bewirtschaftung – sprich: die Vergabe von Hallenzeiten etc. – verbleibt als Aufgabe bei der Hansestadt.

„Die Stadt bleibt Eigentümer der Gebäude, mit allen Rechten“, betont Lucht. Dieses Vorgehen bietet für die Hansestadt einige Vorteile:

  • Schnellere Baurealisierung bei gleichzeitiger Entlastung des städtischen Personals
  • Hohe Kostensicherheit durch vereinbarte Festpreise
  • Im Vorfeld durch die Hansestadt festgelegte Standards für Bau und Instandhaltung der Hallen
  • Stadt ist Eigentümer, kann die Gebäude nach eigenen Wünschen auf eigene Kosten nachrüsten
  • Zahlung erst NACH mängelfreier Abnahme und Schlüsselübergabe, dadurch geringeres Risiko als bei Abschlagsrechnungen

Stadtbaurätin Heike Gundermann betont mit Blick auf die schnelle Realisierung: „Wir als Hansestadt haben nicht das Personal, um die vier Hallen so kurzfristig zu bauen.“ Das Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen, das sich bei der Ausschreibung durchsetzen konnte, wird die Hallen im Hanseviertel und an der Igelschule voraussichtlich bis November 2023, die Hallen an den Grundschulen Hasenburger Berg und Lüne planmäßig bis Juli 2024 fertigstellen. „Wir brauchen diese Hallen dringend, die Schulen sind darauf angewiesen“, sagt Gundermann, „und die Sportvereine freuen sich darauf.“

Rund 25 Millionen Euro kostet der Bau der vier Hallen. Für die Instandhaltung der Gebäude sind über einen Zeitraum von 25 Jahren zudem in Summe etwa zehn Millionen Euro fällig, die in Teilen auf ein Rücklagenkonto eingezahlt werden. „An dieses Geld kommt das Unternehmen aber nur, wenn wir der jeweiligen Instandhaltungsmaßnahme zugestimmt haben“, erläutert Maja Lucht. Die Kommunalaufsicht muss das Vorhaben und die Kosten noch genehmigen, dann kann die Hansestadt Lüneburg endgültig den Zuschlag erteilen.

Bereits im Juni 2019 hatte der Rat der Hansestadt beschlossen, die vier Hallen bauen zu wollen. Zuvor hatte auch eine Sanierung der alten Gebäude im Raum gestanden. Im gleichen Beschluss legte sich das Gremium auch auf die Vergabe im PPP-Verfahren fest und entschied, dass die Instandhaltung der Hallen Teil des Vertrags mit dem Generalübernehmer sein sollte.

Quelle: LüneburgHeute

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