LÜNEBURGAnlässlich des Weltfahrradtages plant der Radentscheid Lüneburg in der kommenden Woche eine besondere Aktion. Er installiert am Donnerstag, 3. Juni 2021 in der Innenstadt einen sogenannten Pop-Up-Radweg. Dabei handelt es sich um eine kurzfristig eingerichtete Radstrecke, die in der Regel auf Parkstreifen oder auf der rechten Autospur entsteht.

„Innovative Städte wie Berlin oder Leipzig haben Pop-Up-Radwege in Zeiten von Corona angeordnet, um mehr Menschen aufs Rad zu bringen und ihnen dabei genügend Platz einzuräumen“, erklärt Radentscheid-Sprecherin Alexandra Augustin. „Weil es so etwas in Lüneburg nicht gibt, wollen wir dieses Modell nun den Menschen zum Ausprobieren anbieten.“ Aus diesem Grund richtet der Radentscheid mit Genehmigung von Stadt und Polizei den rechten Fahrstreifen der Lindenstraße zwischen der Einmündung Feldstraße und Barckhausenstraße als Pop-Up-Radweg ein. Dieser steht in der Zeit von 17 bis 18.30 Uhr ausschließlich Radfahrenden zur Verfügung.

Was auf der einen Seite Spaß machen soll, demonstriert auf der anderen Seite die Ziele des Radentscheids Lüneburg. Die Initiative möchte mit Hilfe eines Bürgerbegehrens erreichen, dass Radfahrenden mehr Platz und damit auch mehr Sicherheit im Straßenverkehr eingeräumt wird. „In Lüneburg sind viele Radwege zu schmal und entsprechen nicht der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbreite“, sagt Alexandra Augustin. „Gleichzeitig aber nimmt die Zahl der breiten Lastenräder und der schnellen E-Bikes zu – der ohnehin schon zu enge Raum wird so noch unsicherer.“ Fahrradfahren werde damit zur stressigen Angelegenheit, die dann viele Menschen aus Angst vor Unfällen abschrecke. Dass es aber auch anders geht, zeigen Vorzeigestädte wie Kopenhagen, wo bereits vor langer Zeit Autofahrspuren zu komfortablen Radwegen umgewidmet wurden. Dort ist das Rad mittlerweile das beliebteste Verkehrsmittel.

Mit seiner Aktion, die zeitgleich in ähnlicher Form in anderen deutschen Städten stattfindet, macht der Radentscheid auch auf das geplante Bürgerbegehren in Lüneburg aufmerksam. Die Initiative will in Kürze damit beginnen, Unterschriften für bessere Verkehrsbedingungen für Radfahrende zu sammeln. Knapp 6.000 Einwohner:innen müssen die entsprechenden konkreten Ziele der Initiative mit ihrer Unterschrift unterstützen, um den Weg für den zweiten Schritt – den Bürgerentscheid – zu ebnen. Dann können die Lüneburger:innen über das Thema an der Wahlurne endgültig abstimmen.

Weitere Informationen zum Radentscheid gibt es im Internet unter www.radentscheid-lueneburg.de.

Quelle: LüneburgHeute

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