LÜNEBURGMüllreste, zerstörte Natur, zertretener Schutzzaun: Unbekannte haben in Lüneburg rücksichtslos niedergetrampelt, was Tieren und Pflanzen das Überleben sichern soll. Zum Schutz des artenreichen Ilmenau-Ufers hatte der Landkreis im vergangenen Jahr auf einem Abschnitt zwischen Teufelsbrücke und Roter Schleuse rund 200 Pflanzen gesetzt und einen Zaun aufgestellt – viel übrig geblieben ist davon nicht: „Unbekannte haben fast alle Sträucher und Büsche herausgerissen, ihren Müll hinterlassen und einen Zaun stellenweise zerstört“, fasst der Leiter des Fachdienstes Umwelt Stefan Bartscht zusammen. Der dadurch entstandene finanzielle Schaden sei fast nebensächlich, betont er. Denn: „In diesem Naturschutzgebiet gibt es seltene Tiere und Pflanzen. Wenn auch künftige Generationen diese noch erleben wollen, dürfen wir so ein sinnloses Verhalten nicht akzeptieren.“ Aus diesem Grund wird der Landkreis Lüneburg Strafanzeige gegen Unbekannt stellen.

Mit der Zerstörung des abgegrenzten Schutzgebietes setzt sich das fort, was die Umweltbehörde in den vergangenen Jahren zunehmend beobachtet. Sobald die Tage länger und die Abende wärmer werden, besuchen nicht nur Erholungssuchende den Wald zwischen Lüneburg und Deutsch Evern. Regelmäßig verkommt das Ufer der Ilmenau zur Partymeile – mit vielen Menschen, laut dröhnender Musik, großen Mengen an Müll und unzähligen hinterlassenen Zigarettenkippen. „Ich kann verstehen, dass es die Menschen in die Natur zieht, sie ein Picknick machen oder in die Ilmenau springen wollen. Aber dafür gibt es ausgewiesene Badestellen und viele Bänke zum Ausruhen“, sagt Stefan Bartscht. „Und dass man seinen Müll nicht einfach liegen lässt, versteht sich doch von selbst.“ Welche direkten Auswirkungen rücksichtloses Verhalten auf die Natur hat, beobachtet der Fachdienst Umwelt permanent: Beispielsweise verletzen sich Tiere an Glasscherben oder sind so sehr vom Lärm gestresst, dass sie die Futtersuche und dadurch auch ihren Nachwuchs vernachlässigen. „Im vergangenen Jahr haben wir entlang der Ilmenau erstmals Bußgelder gegen Umweltsünder verhängt“, so Stefan Bartscht. „Ich gehe leider davon aus, dass wir das in diesem Jahr fortsetzen müssen.“

Das Betreten der Ilmenau-Uferfläche im Naturschutzgebiet „Lüneburger Ilmenauniederung mit Tiergarten“ ist innerhalb von Lüneburg ausschließlich an folgenden Stellen erlaubt: Loreley in Wilschenbruch, Teufelsbrücke und Rote Schleuse. Diese Orte sind zusätzlich mit Hinweisschildern ausgestattet. Informationen zu den Spielregeln in der Natur gibt es außerdem im Internet unter www.landkreis-lueneburg.de/naturschutzgebiete.

Quelle: Lüneburg heute https://lueneburgheute.de/vor-ort/lueneburg/lueneburg