LÜNEBURGSie sind Monumente aus einer anderen Zeit: Die Grenztürme in Neu Bleckede, Darchau und Popelau zeigen noch heute, an welchen Stellen im Landkreis Lüneburg vor ein paar Jahrzehnten eine deutsch-deutsche Grenze verlief. Im Rahmen des Leitprojekts „Grenzgeschichte(n)“ der Metropolregion Hamburg möchte die Stadt Bleckede gemeinsam mit der Gemeinde Amt Neuhaus und unterstützt vom Landkreis die deutsche Vergangenheit und die umliegende Natur mehr ins Bewusstsein der Menschen rufen. Der Plan ist, die Grenztürme zu sanieren und sie teilweise für Bürgerinnen und Bürger zugänglich zu machen.

Die Corona-Pandemie hat für leichte Verzögerungen gesorgt, doch der Ausbau der Grenztürme nimmt langsam konkrete Formen an. Ein erster Termin mit einem Planungsbüro für die Ausstellungskonzepte in den drei Türmen ist bereits im Kalender vermerkt, nun wartet die Stadt Bleckede noch auf die finale Baugenehmigung. Klar ist bereits: Im Grenzturm in Darchau soll der Ausstellungsschwerpunkt auf der umliegenden Natur liegen. Buchstäblicher Höhepunkt des Gebäudes wird eine Aussichtsplattform, von der sich weite Landschaftsflächen des Biosphärenreservats Niedersächsische Elbtalaue überblicken lassen. In Neu Bleckede möchte man sich wiederum eher auf die innerdeutsche Grenzgeschichte im Ausstellungsbereich fokussieren. Neben der Sanierung des Turmes ist angedacht, eine Verbindung zu weiteren Erinnerungsorten in der Nähe zu schaffen. Unter anderem soll der ehemalige Bunker unweit vom Grenzturm wiederaufgebaut werden. „Aufgrund der Geschichte haben wir besonders hier in der Region den Auftrag, das Thema der innerdeutschen Teilung nicht in Vergessenheit geraten zu lassen“, sagt Bleckedes Bürgermeister Dennis Neumann. „Mit dem Ausbau der Grenztürme halten wir die Erinnerung in Zukunft auch über die Grenzen des Landkreises hinaus weiter präsent.“

Anders als in Darchau und Neu Bleckede können Besucherinnen und Besucher das Gebäude in Popelau nicht betreten. Der dortige Grenzturm ist zwar in einem baulich guten Zustand, gleichzeitig ist er aber recht eng und deshalb für den Publikumsverkehr nicht wirklich geeignet. Außerdem nutzen bereits jetzt viele verschiedene Tierarten das Bauwerk als Rückzugsort. Dementsprechend sieht der Plan vor, den Grenzturm Popelau der Natur zu überlassen und für Interessierte Informationen zu den tierischen Bewohnern bereitzustellen.  

Weitere Informationen zum Projekt „Grenzgeschichte(n)“ gibt es im Internet unter metropolregion.hamburg.de/grenzgeschichten.

Quelle: Lüneburg Heute https://lueneburgheute.de/projekt-zu-grenztuerme-schreitet-voran